Eine der Aufgaben der Integrierten Sekundarschule ist es, Schülerinnen und Schüler intensiv auf die Arbeits- und Berufswelt vorzubereiten und Jugendliche so früh und so professionell wie möglich anzuleiten, eigene Interessen zu entwickeln und sich mit der eigenen Berufswahl auseinander zu setzen (Berufs- und Studienorientierung).
Deshalb ist das besondere Ziel der Integrierten Sekundarschule, neben der Vermittlung der Allgemeinbildung, auch auf die Fortsetzung des individuellen Bildungsganges hinsichtlich einer Berufsausbildung oder eines Studiums vorzubereiten und die dafür notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten praxisorientiert zu vermitteln. Eine Lernform in der Integrierten Sekundarschule ist deshalb das Duale Lernen, bei dem schulisches Lernen praxisorientiert mit Inhalten aus dem Wirtscharts- und Arbeitsleben verknüpft wird.
Duales Lernen ermöglicht in den Jahrgangstufen 7 bis 10 allen Schülerinnen und Schülern der Integrierten Sekundarschule eine optimale Vorbereitung auf den Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt, in weiterführende berufliche Bildungsgänge und Hochschulstudiengänge. Es umfasst Aktivitäten zur Berufs- und Studienorientierung sowie Praxisplätze an geeigneten Lernorten. Praxisplätze an geeigneten Lernorten sind zum Beispiel eigene schulische Werkstätten, Schülerfirmen, berufliche Schulen und öffentliche Verwaltungen, betriebliche Werkstätten, Betriebe und überbetriebliche oder außerbetriebliche Bildungsstätten.
Das Duale Lernen steht grundsätzlich allen Schülerinnen und Schülern für alle angestrebten Schulabschlüsse offen. Jede Schule entscheidet eigenverantwortlich, welche Angebote des Dualen Lernens durchgeführt werden und legt die Angebote und deren Umfang im Schulprogramm fest. Jede Schülerin und jeder Schüler muss pro Jahrgang an mindestens einem Angebot des Dualen Lernens teilnehmen, wobei dieses in der Regel ein Maßnahmepaket beinhaltet, in dem die Maßnahmen sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.
Für leistungsschwächere oder lerndistanzierte Schülerinnen und Schüler sind besondere Organisationsformen des Dualen Lernens vorgesehen wie zum Beispiel das Produktive Lernen oder die Praxisorientierten Lerngruppen. In diesen besonderen Organisationsformen findet ein Teil des Lernens, unter teilweiser Auflösung der Stundentafel und mit verstärktem Praxisanteil, an bis zu drei Tagen außerhalb von Schule an außerschulischen Lernorten statt. Über die Teilnahme und deren Dauer entscheidet die Klassenkonferenz oder der Jahrgangsausschuss.

aus: Duales Lernen; Handreichungen für die Praxis; SenBWF; Dez. 2010

Joomla templates by a4joomla